WFLV-Liga 2010/2011
09.09.2010
Es reicht: Der UFC zieht sich aus der WFLV-Liga zurück
Der UFC Münster wird nicht an der bevorstehenden Regionalliga
des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverbandes (WFLV)
teilnehmen.
Darauf einigten sich Vorstand und Mannschaftsrat. Der UFC hat in Deutschland
alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Als einzige Mannschaft gewann Münster
zweimal den DFB-Futsal-Cup und nahm somit auch zweimal am UEFA-Futsal-Cup teil
(mit je zwei Siegen, Unentschieden und Niederlagen). Zudem gewann der UFC die
in Deutschland anspruchsvollste Regionalmeisterschaft des WFLV viermal in fünf
Jahren, insbesondere dreimal hintereinander in den letzten Jahren trotz großer
Umbrüche im Team. Der UFC tritt also als amtierender Westdeutscher Meister ab.
Dazu kommen viele weitere Titel und Auszeichnungen. Unter anderen neben den Westfalenmeisterschaften 2006-2009, den deutschen Hochschulmeisterschaften 2004-2006 & 2008, auch die Einladungen zu internationalen Turnieren auf den Azoren und dem portugiesischen Festland, in der Schweiz, in Italien, Belgien, den Niederlanden, Slowenien, Montenegro, Serbien, Kroatien, Litauen, Tschechien, im Iran und auf Zypern; und als besondere Auszeichnung der dritte Platz knapp hinter Preußen Münster bei der Wahl zu Münsters Mannschaft des Jahres 2008.
Der UFC hat aber nicht nur auf dem Platz etwas geleistet, sondern auch in den Verbänden wichtige Anstöße gegeben. Die Gründung der WFLV-Liga im Herbst 2005 ging maßgeblich auf die Initiative und Unterstützung von UFC-Präsident Georg von Coelln zurück. Unzählige weitere Aufgaben hat Georg in der Folgezeit gerne übernommen. Natürlich hat auch der UFC von dieser Arbeit und der Unterstützung durch die Verbände profitiert, schließlich kann man ohne einen Verband und seine Mitarbeiter keine Meisterschaft gewinnen.
In den letzten Jahren gab es allerdings keinen Fortschritt, stattdessen viele Enttäuschungen. Exemplarisch seien nur folgende Punkte genannt:
Der Stellenwert, den Futsal noch immer in den Verbänden
einnimmt, spiegelt sich darin wider, dass, obwohl in den besten deutschen
Mannschaften schon lange Spieler mit Oberliganiveau kicken, Futsal unter der
Rubrik Freizeit- und Altherrensport geführt wird. Die Ansprechpartner für
Futsal müssen deswegen zu viele andere Aufgaben bewältigen. Das führte unter
anderem dazu, dass Initiativen wie z.B. die von Münster begleitete Ausrichtung
von Damen-Futsal-Turnieren zu tristen Veranstaltungen geraten. Zudem werden die
Durchführungsbestimmungen der WFLV-Liga weder eingehalten noch in irgendeiner
Weise verbessert. Die Zahl der Schiedsrichter pro Spieltag wird z.B. von drei
auf zwei gekürzt. Die Vereine sollen selbst die möglicherweise
spielentscheidende Rolle des Zeitnehmers übernehmen; zudem wurden die
Ansetzungen, Qualitätskontrollen und
Aufwandsentschädigungen nicht neu
geregelt. Das Honorar für einen Schiedsrichter der höchsten deutschen
Futsalliga ist für die Leitung von
zwei Spielen und die Anreise durch halb NRW, also für einen ganzen Tag
Engagement, noch immer viel zu gering. Wenn man den Aufwand der Mannschaften
respektieren würde, sollte man auch den Schiedsrichtern gute Bedingungen für
gute Leistungen bieten. Dass aber die Schiedsrichter durch die Entwicklung
nicht gerade motiviert und so das Niveau nicht erhöht werden kann, liegt auf
der Hand. Wozu das führen kann, hat der UFC in der letzten Saison im DFB-Cup-Viertelfinale
erlebt. Im Spiel gegen den Südmeister kämpfte Münster auch gegen einen
Schiedsrichter des süddeutschen Verbandes. Eine sehr zweifelhafte und
folgenschwere Ansetzung, die, neben der guten Leistung von Pforzheim, mit fünf
Strafstößen entscheidend half, ein Jahr Engagement und Leidenschaft der
UFC-Spieler zu zerstören.
Dass der UFC seit zwei Jahren unter anderem auf die zugesagte Ausgabenerstattung für die Kosten bei der Ausrichtung des UEFA-Futsal-Cups 2008 in Münster vom DFB wartet, erhöht ebenfalls nicht gerade das Vertrauen in eine vernünftige Zusammenarbeit.
Angesichts dieser Entwicklungen fällt es schwer, den Sinn darin zu erkennen, immer alles zu akzeptieren und einfach weiterzumachen wie bisher. Der UFC hat schon alles mehrfach gewonnen. Eine fünfte Westdeutsche Meisterschaft, ein dritter DFB-Cup, locken da keinen hinterm Ofen hervor. Dafür bedürfte es schon echter Fortschritte und neuer Anreize.
